Ein Ort ohne Identität

DIE LINKE Ortsverband Osterode kritisiert deutlich den Beschluss der letzten Ratssitzung der Gemeinde Walkenried. Darin wird sich dafür ausgesprochen, dass Dopplungen bei Straßennamen in der neuen Einheitsgemeinde auszuschließen sind. Die Mehrheit von 6:4 folgte den Antrag und sprach sich für die Umbenennung von Straßennamen aus.

„Genau solche Entwicklungen habe ich befürchtet und dies auch im damaligen Gemeinderat in Wieda kritisisiert. Das passiert, wenn eine Umwandlung vollzogen wird und man überhaupt nicht genau weiß, was auf einem zukommt“, stellt Timo Rose, ehemaliger Ratsherr in Wieda, fest. Die aktuelle Ratssitzung konnte somit die damaligen Äußerungen des ehemaligen Ratsmitglieds bestätigten. Zur Erinnerung: Damals gab es im Samtgemeinderat einen einstimmigen Beschluss, dass die Straßennamen und die PLZ nicht angepasst werden sollen. Der Gemeindebürgermeister Dieter Haberlandt erläuterte sein Umdenken und machte dabei klar, dass er die fehlende Eindeutigkeit der Straßen bei einem Notfall als größtes Problem sehe. Hanjo Rose, Mitglied im Sprecherrat des Ortsverbandes, ist sich sicher: „Durch die klare Zuordnung über die PLZ ist eine Straße klar erkennbar. Kein Bürger in Wieda oder Zorge wird als Wohnort Walkenried angeben.“

DIE LINKE sieht in der Umbenennung der Straßennamen einen eindeutigen Identitätsverlust. In der aktuellen Ratssitzung wurde die Befürchtung geäußert, dass nach diesen Vorgang auch die PLZ vereinheitlich werden könnte und langfristig nur noch Walkenried öffentlich vertreten wird. Diesem Punkt kann sich DIE LINKE anschließen und sieht ebenfalls einen klaren Identitätsverlust, vor allen für die Bürgerinnen und Bürger der Orte Wieda und Zorge.

Auch wenn für die Argumentation der Ablehnung der Einheitsgemeinde DIE LINKE erneut bestätigt wurde, sieht sie diese Entwicklung mit großer Besorgnis. Nicht nur, dass die Bürgerinnen und Bürger in den letzten Jahren massiv belastet und nie entlastet worden sind, jetzt verlieren sie auch noch ihre gewohnte Umgebung und der Ort die Identität. Wäre der Bürger vorher befragt worden, wie DIE LINKE dies gefordert hat, dann hätte man nun auch ein anderes Ergebnis. Das Einknicken gegenüber dem Landkreis ist nicht nur eine Schwäche der jetzigen Verantwortlichen, sondern hat auch Auswirkungen für die Zukunft der Orte in der Gemeinde Walkenried.