• Di. Okt 26th, 2021

Tierquälerei ist keine Attraktion!

VonTimo

Jun 20, 2015
Tiere im Zirkus

In vielen Kommunen, auch im Landkreis Osterode am Harz und Göttingen, sind wieder zahlreiche Zirkusse mit Attraktionen unterwegs. Für viele Kinder gehört ein Zirkus zur Freizeitgestaltung dazu. Viele sogenannte Attraktionen vermitteln allerdings den Eindruck, dass Tierquälerei ebenfalls zur Normalität gehört. Tiere gehören in keinen Zirkus und deshalb der dringliche Appell: Besuchen Sie keinen Zirkus, der nicht auf Tierattraktionen verzichtet. Die Tiere werden weder artgerecht gehalten und behandelt, noch ist es für die Tiere normal, Kunststücke zu vollbringen.

Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten äußert sich wie folgt dazu:

Tierleid auf Tournee
Die Haltung von Wildtieren im Zirkus ist Tierquälerei.

In Deutschland reisen etwa 140 Zirkusse mit Wildtieren durch die Lande. Ein fahrender Zirkus kann auf die Bedürfnisse der Tiere keine Rücksicht nehmen; der Betrieb wechselt ständig den Standort, Käfige müssen Platz sparend transportiert und schnell auf- und abgebaut werden. So leben die Tiere die meiste Zeit in viel zu engen Transportwagen. Zum Klettern, Graben, Laufen, Baden oder Schwimmen ist kein Platz.

Enge, Stress und Langeweile
Giraffen, Löwen und Affen vegetieren in kleinen Käfigwagen oder auf winzigen Auslaufflächen dahin, ein Einzelgänger wie der Tiger wird mit Artgenossen zusammengepfercht, hochsoziale Elefanten werden einzeln gehalten und stehen stundenlang an der Kette.

Die Folgen sind starke Verhaltensstörungen: Stereotypien, Aggressionen oder Apathie.

Fragwürdige Dressur
Kein Tiger springt in freier Wildbahn durch einen brennenden Reifen, kein Elefant macht freiwillig einen Kopfstand. Solche Dressurnummern sind das Ergebnis fragwürdiger Trainingsmethoden und keineswegs – wie gern behauptet wird – eine „Abwechslung“ im bewegungsarmen Alltag der Tiere.

Ende ohne Gnade
Am Ende ihres Leidensweges können Tiere, die zu alt für die Manege sind, nur selten auf ein „Gnadenbrot“ hoffen. Kaum ein Zirkus kann sich das leisten. Also werden die Tiere eingeschläfert oder verkauft und damit einem ungewissen Schicksal ausgeliefert.

Aber auch die Tiere, die im Zirkus bleiben, haben kein besseres Leben: Sie bleiben in ihren Käfigen oder winzigen Gehegen und werden hier bei der Tierschau präsentiert.

Der „Tierbedarf“ eines Zirkus wird in der Regel aus der „Überproduktion“ von Zoos und Tierparks gedeckt.

Wildtiere gehören nicht in den Zirkus

Die Wildtierhaltung im Zirkus steht in Deutschland und anderen Ländern seit langem in der Kritik. Immer wieder werden gravierende Missstände bis hin zu brutalen Misshandlungen aufgedeckt. Ausbrüche von Zirkustieren sind an der Tagesordnung und regelmäßig werden Besucher und Tiertrainer bei Unfällen mit Wildtieren verletzt.

Neben Tierschutzverbänden und Bundesländern fordert auch die Bundestierärztekammer ein Verbot der Wildtierhaltung in Zirkussen.

Eine repräsentative forsa-Umfrage vom September 2011 im Auftrag von VIER PFOTEN ergab, dass 65 Prozent der Bundesbürger ein konsequentes Verbot befürworten.

Quelle: Vier Pfoten